Klagelied eines Fußballs
Abgewätzt und rauh mein Leder,
ich bin ein Fußball - mich tritt ein jeder.
Mich treten zweiundzwanzig Mann, macht vierundvierzig Beiner -
jeder tritt mich, wie er kann, und scheinbar liebt mich keiner!
Ich liege auf dem Rasen und finde keine Ruh -
schon haut mir der nächste eine rein mit seinem Fußballschuh.
Mit Schmerzen flieg ich in die Höhe, mir ist nicht wohl dabei -
ich habe näämlich ein Problem: Ich bin nicht schwindelfrei!
Ich lande unsanft auf der Erde, doch ist der nächste schon bei mir,
er schlägt mich wie der Huf vom Pferde und tritt mich wie ein wilder Stier.
Ich rolle schnell in Richtung Tor und seh das Netz mit Grauen,
zudem steht ja ein Mann davor - der will mich wieder hauen!
Ich wiche aus, mach eine Wende, ich rolle Richtung Osten,
doch da schlägt mich wieder einer - ich knalle an den Pfosten.
Ich pralle ab und fliege wieder durch die Luft, so schnell ich kann -
ins Gesciht von diesem kleinen, unscheinbaren schwarzen Mann,
Der hat mich zwar noch nie getreten, doch ich find ihn dumm.
Warum, so lautet hier die Frage, steht der in meiner Flugbahn rum?
Ich höre nun die Pfeife und alle geh´n vom Feld.
Das Publikum umjubelt diese Schläger - doch eigentlich bin ich der Held!


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